100 Jahre thunersee: Tourismus ist mehr als Sie denken…

  01.10.2026 Publi-Reportagen

Was hat ein Hotelgast in Thun mit dem Detailhandel, ein Seminar im KKThun mit einem Handwerksbetrieb in der Agglomeration oder ein Ausflug an den Thunersee mit einem Arbeitsplatz zu tun?

«Thun-Thunersee» deckt das touristische Angebot rund um den Thunersee ab – ab Interlaken auf der linken und rechten Seeseite bis und mit der Stadt Thun, mit den Attraktionen Niesen, Stockhorn, Niederhorn, Beatushöhlen, den Schlössern, dem Thunersee und vielem mehr.

Die aktuelle «touristische Wertschöpfungsstudie» für die Region Thun-Thunersee liefert dazu konkrete und verlässliche Zahlen: Der Tourismus am Thunersee generiert derzeit insgesamt 334 Millionen Franken direkte und indirekte Bruttowertschöpfung. Das entspricht 5,9 Prozent der gesamten regionalen Wertschöpfung. Gleichzeitig hängen 2715 Vollzeitstellen rund um den Thunersee (ohne Interlaken) direkt oder indirekt vom Tourismus ab. Die Hälfte dieser touristisch bedingten Arbeitsplätze befindet sich in der Agglomeration Thun.

Tourismus ist längst nicht nur eine Angelegenheit von Hotels, Restaurants und Bergbahnen. Wenn Gäste in der Innenstadt Thuns einkaufen, mit dem Schiff auf dem See fahren, ein Konzert in der Kirche Spiez besuchen oder an einer Tagung in Oberhofen teilnehmen, fliesst ihr Geld in zahlreiche Bereiche der regionalen Wirtschaft. Die Bauwirtschaft zum Beispiel in der Stadt Thun und Agglomeration erzielt jährlich rund 12 Millionen Franken Wertschöpfung im direkten Zusammenhang mit dem Tourismus, die nicht-touristischen Dienstleistungsbetriebe 51 Millionen und die Betriebe der übrigen Industrie und Landwirtschaft insgesamt 19 Millionen Schweizer Franken.

Die Bedeutung von Kongressen, Tagungen, Firmenanlässen und Veranstaltungen im Gebiet von Thun-Thunersee ist mittlerweile sehr gross. 26% sämtlicher Hotelübernachtungen am Thunersee können diesem Segment zugeordnet werden.

Weiter zeigt die Studie auf, dass 77 Prozent der total 4,6 Millionen Gästefrequenzen in der Stadt Thun und am Thunersee auf Tagesgäste entfallen. Diese Gäste kommen in unsere wunderschöne Region, verbringen einige Stunden hier und reisen danach wieder ab. Trotz deutlich tieferen Tagesausgaben aus diesem Tagestourismus heraus ist die gesamte Wertschöpfung unter dem Strich höher als aus dem Übernachtungssektor. Dies zeigt die Wichtigkeit von Tagestouristen für Restaurants, Geschäfte und touristischen Attraktionen auf.

Tagesgäste hingegen geben gemäss der Studie durchschnittlich 50 Franken pro Besuch aus, Hotelgäste dagegen 238 Franken pro Aufenthaltstag. Umso wichtiger ist es, Thun und die Region Thunersee nicht nur als schönen Zwischenhalt, sondern als Ort zu positionieren, an dem es länger zu verweilen gilt.

Die touristische Wertschöpfungsstudie bietet sich an als wichtige Grundlage für die Bearbeitungen von touristischen Themen wie Übertourismus oder Mobilität. Die Zahlen lassen einen genauen Blick auf die wirtschaftliche Vernetzung unserer Region zu. Tourismus findet nicht «irgendwo» statt, sondern mitten in der Stadt und in der Region – in den Geschäften, Restaurants, Kulturbetrieben, Veranstaltungsorten, Unternehmen und weiteren touristischen Angeboten.

Norbert Schmid
Geschäftsführer TTST
www.thunersee.ch


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