Familienunternehmen in dritter Generation
17.09.2026 ReportagenDie Kipfer Schreinerei ist ein Unternehmen mit Tradition und Geschichte. Es bietet massgeschneiderte Lösungen im Innenausbau – vom Einzelstück bis zum Grossprojekt. Kürzlich übernahm die dritte Generation den «Stab».
Am 11. September 2026 war es soweit: Ein historisches Datum für die Kipfer Schreinerei in Gwatt. Stabsübergabe! An einem feierlichen Firmenanlass übergab Martin Kipfer den symbolischen Stab an seinen Sohn Oliver Kipfer. Damit ist nun bereits die dritte Generation im traditionsreichen Familienunternehmen am Ruder. Der als Symbol übergebene Stab besteht standesgemäss aus Holz. Die darin ausgefrästen Ringe symbolisieren je ein Jahr der Firmengeschichte. Martin Kipfer hat sich für die Herstellung viel überlegt und seinem Sohn damit eine grosse Freude gemacht. Ebenso umsichtig findet die Firmenübergabe statt. Oliver Kipfer wurde schrittweise eingearbeitet und an seine neuen Aufgaben herangeführt. Martin Kipfer hinterlässt seinem Sohn ein gesundes Unternehmen. Selbstverständlich steht er auch nach der offiziellen Stabsübergabe noch mit Rat und Tat zur Seite, doch er möchte mit der Pensionierung nach und nach kürzertreten.
«Wir haben ein gut eingespieltes Team», berichten Martin und Oliver Kipfer im Gespräch. Dieses besteht aus 30 Mitarbeitenden, davon acht Lernende. Darunter befinden sich auch Frauen, die generell immer häufiger auch in Handwerksberufen anzutreffen sind. Bei der Kipfer Schreinerei ist man diesbezüglich offen, ob Mann oder Frau spielt keine Rolle. Wichtig ist hingegen ein hoher Anspruch an Engagement, Zuverlässigkeit und Qualität.
Bewegte Geschichte
Die Kipfer Schreinerei wurde 1951 von Karl und Elisabeth Kipfer, den Grosseltern des frisch gebackenen Geschäftsleiters, in Amsoldingen gegründet. Karl Kipfer war Möbelschreiner und machte sich bereits mit jungen 26 Jahren selbständig, seine Frau unterstützte ihn dabei. 1958 zog die Firma an die Gwattstrasse. In den 70er Jahren wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft überführt, bevor Martin Kipfer 1987 die Geschäftsleitung übernahm. Heute befindet sich der Betrieb an der C.F.L. Lohnerstrasse in Gwatt.
Das Land, auf dem das Firmengebäude mit einer Grundfläche von 1400 Quadratmeter steht, hat der Firmengründer Karl Kipfer erworben. Doch es blieb lange unbebaut. Nicht zuletzt auch wegen der Rezession in den 70er Jahren. Martin Kipfer weiss dazu eine illustrative Anekdote. Es habe einen regen Briefverkehr zwischen seinem Vater und dem befreundeten damaligen Stadtpräsidenten Ernst Eggenberg gegeben. Denn mit dem Land erwarb Karl Kipfer insbesondere auch eine Bebauungspflicht und die Behörden hätten es schon lange gern gesehen, wenn dieses auch wie vorgesehen bebaut wird. Doch Karl Kipfer liess sich bitten und zwar bis ins Büro des Stadtpräsidenten, wo er wegen dieser Sache zusammen mit dem damals frisch in das Unternehmen eingetretenen Sohn Martin Kipfer vorsprechen musste. 1990 konnte der Neubau schliesslich bezogen werden und die Eröffnungsrede hielt kein geringerer als Stadtpräsident Ernst Eggenberg.
Spezialisiert auf Innenausbau
Die Kipfer Schreinerei ist spezialisiert auf Innenausbauarbeiten. «Wir machen eigentlich alles ausser Böden und Fenster», erzählen Martin und Oliver Kipfer. Das sind Schränke, Möbel und Tische, Türen, Küchen und allgemeine Schreinerarbeiten im Innenbereich. «Wir konzentrieren uns auf das, was wir können und machen das gut», beschreiben die beiden ihren Ansatz. Alle Arbeiten sind individuell auf die jeweilige Situation und Anforderung zugeschnitten, Ware «ab der Stange» gibt es hier nicht. Hingegen ideenreiche und professionelle Lösungen für unterschiedlichste Problemstellungen. Die Kipfer Schreinerei bietet einen Rundum-Service – von der Beratung und Planung bis zur Montage vor Ort. Die Firma hat ein breites Netzwerk und arbeitet für Privatkunden, Immobilienverwaltungen und Architekten, sowie für institutionelle Investoren. Die Kipfer Schreinerei kann Grossaufträge wie beispielsweise der Innenausbau einer Wohn-Überbauung, eines Altersheims oder eines Schulhauses entgegennehmen, setzt aber ebenso kleinere Projekte für Private um, darunter auch individuelle Einzelstücke und Reparaturarbeiten. Modernste Geräte in der Produktionshalle erlauben es, auch grosse Mengen eines Möbelstückes oder eines Elements in Schreinerqualität herzustellen. «Jeder Auftrag ist wieder anders», sagen Martin und Oliver Kipfer.
Nahe an den Menschen
Beide haben ihr Handwerk von der Pike auf gelernt. Martin Kipfer ist Schreinermeister mit diversen Weiterbildungen, sein Sohn ist ebenfalls gelernter Schreiner und hat nebst einer Berufsmatur die Höhere Fachschuterbildung absolviert. Die Mitarbeitenden sind alle gelernte Profis auf ihrem Gebiet, die dem Betrieb oft jahrelang treu bleiben. Die Fluktuation ist gering, was für ein angenehmes Arbeitsklima und einen respektvollen Umgang spricht.
Oliver Kipfer ist es wichtig, die bestehenden, gut funktionierenden Strukturen zu festigen und weiterzuführen. Er setzt also auf Kontinuität. Evolution und nicht Revolution sei das Thema. Denn er übernimmt ein kerngesundes Unternehmen.
«Unser wichtigstes Gut sind unsere Mitarbeitenden und unsere Kunden», erklärt Oliver Kipfer. Es sei ein Zusammenspiel: Die Kunden schenken der Firma ihr Vertrauen und erteilen Aufträge. «Unsere Mitarbeitenden sorgen mit ihrem Können, ihrer Erfahrung und ihrem Engagement dafür, dass wir diesem Vertrauen gerecht werden.»
Technischer Fortschritt sei zwar wichtig und gehöre dazu. «Aber am Ende arbeiten immer Menschen mit Menschen zusammen. Das persönliche Miteinander, gegenseitiges Vertrauen und Verlässlichkeit dürfen deshalb nie in den Hintergrund geraten.»
Text und Bilder: Adrian Hauser
Kipfer Schreinerei AG
C.F.L. Lohnerstrasse 21
3645 Gwatt bei Thun
033 334 80 00
info@kipfer.ch
www. kipfer.ch




