Der EHC Thun hat bisher die Erwartungen klar übertroffen
12.02.2026 Sport-ReportagenThun, das schmucke Städtchen am Tor zum Berner Oberland, entwickelt sich immer mehr zum Nabel der Sport-Schweiz. Die traumhaften Leistungen des FC haben sich längst über die Landesgrenzen hinaus herumgesprochen, die Handballer von Wacker Thun spielen eine beeindruckende Saison, die Unihockeyaner des UHC Thun sind als Qualifikationssieger erster Anwärter für den Aufstieg in die oberste Spielklasse und nicht vergessen darf man die Eishockeyaner des EHC, die in der Regular Season die Erwartungen klar übertroffen haben und als Favoriten in den Playoff-Viertelfinal gegen den EHC Dübendorf steigen.
Das Zentrum des Schweizer Fussballs soll schon bald in Thun stehen, weil sich der Schweizerische Fussballverband für den Umzug von Muri in die Kyburgstadt entschieden hat. Auf der Burgerallmend entsteht das neue «Swiss Football Home», der Baubeginn ist für 2028 vorgesehen. Dazu kommt das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest, das in zwei Jahren die Freunde des Schwingsports aus der ganzen Schweiz nach Thun reisen lässt.
Den Umbruch verdaut
Ob all der Erfolge auf und neben den Spielfeldern besteht die Gefahr, dass die hervorragenden Leistungen, welche der EHC Thun in der laufenden Saison bisher erbracht hat, untergehen. «Nach dem grossen Umbruch und dem Verlust vieler Schlüsselspieler war Platz 8 und die damit verbundene Qualifikation für die Play-Ins ein realistisches Ziel, Rang 6 wäre ein sehr gutes Resultat gewesen. Jetzt stehen wir auf Platz 4 – haben die gesteckten Ziele also klar übertroffen», sagt Daniel Steiner, seit der Saison 2022/23 Headcoach der Thuner.
Zufrieden mit den Leistungen
Es kann deshalb nicht überraschen, dass Daniel Steiner mit den gezeigten Leistungen in der Qualifikation sehr zufrieden ist. «Ich hätte niemals gedacht, dass wir dort stehen, wo wir jetzt sind, denn wir haben im Hinblick auf diese Saison etliche Teamstützen verloren. Unser Erfolg fusst zuerst einmal auf den ausgezeichneten Leistungen der beiden Goalies Gian Graf und Stephan Küenzi, die grosses Verdienst haben, dass wir bei der Anzahl kassierter Gegentore in den Top-Drei stehen. Wesentlich dazu beigetragen haben auch die Spielweise und die geschlossene Teamleistung. Wichtig für den guten Verlauf in der Regular Season war ebenso die Tatsache, dass die Spieler den eingeschlagenen Weg voll akzeptierten und sich alle in den Dienst der Mannschaft stellten. Wir wollen gradlinig und schnörkellos spielen, das entspricht unserer DNA und diese Identität wurde und wird mitgetragen», sagt Steiner, der den EHC Thun Ende Saison nach vier erfolgreichen Jahren mit dem Höhepunkt der Finalqualifikation 2022/23 verlassen wird. Bereits war zu lesen, Daniel Steiner verstärke inskünftig die Führung bei SCB Future, doch das entspricht nicht der Wahrheit. «Es gibt aktuell Gespräche, aber es ist noch nichts entschieden.»
Im Moment beschäftigt sich Steiner ohnehin nur am Rand mit seiner Zukunft – er muss sich keine Sorgen machen, denn in Thun hat er in den letzten vier Jahren bewiesen, dass er das Handwerk beherrscht. Sein Fokus liegt auf den am übernächsten Samstag mit dem Heimspiel gegen den EHC Dübendorf beginnenden Playoff-Viertelfinals. Die Chancen, dass Thun weiterkommt und am 7. März in die Halbfinals steigen kann, stehen ausgezeichnet. In der Qualifikation haben die Berner Oberländer zwei der drei Direktbegegnungen gewonnen und nur einmal knapp mit 2:3 verloren.
Pierre Benoit
Daniel Steiner
Geboren am 8. September 1990. Er begann seine Karriere im EHC Burgdorf und beim Nachwuchs des SCB.
Erste Schritte im Aktiv-Eishockey erfolgten beim EHC Rot-Blau Bern-Bümpliz. In der obersten Schweizer Spielklasse stand er für die SCL Tigers, die ZSC Lions, die Rapperswil-Jona Lakers, den HC Lugano, den HC Ambrì-Piotta, den EHC Biel und den HC Fribourg-Gottéron im Einsatz (778 Spiele/221 Tore/221 Assists/ 442 Punkte). 28 Spiele bestritt er in der AHL (6 Tore/14 Assists/20 Punkte). 31 Länderspiele. Seit 2022 Coach des EHC Thun.
EHC Thun
Gegründet 1936. – 1966 und 1972 stieg Thun in die Nationalliga B auf. Seither zählt der EHCT in der MyHockey League zu den stärksten Mannschaften in der MySports League. 2016 Meister der 1. Liga Zentralschweiz im Amateur-Hockey, in der Saison 2022/23 im Final gegen Martigny (MyHockey League). Sechs Teams (MyHockey League, Senioren, 3. und 4. Liga unter dem Namen EHC Thun-Lerchenfeld, zwei Frauenteams in der SWHL B und D). In Zusammenarbeit mit dem EHC Wiki, HC Mühlethurnen, EHC Höfen und SC Freimettigen unter der Bezeichnung HC Dragon Thun sechs Nachwuchsteams und über 20 Teams in den Alterskategorien U9 – U21 sowie eine Hockeyschule in Thun und Wichtrach. Rund 100 Aktive, 300 Junioren, 40 Passive. Präsident vakant, Vizepräsident und Sportchef: Alex Reymondin. Finanzchef: Daniel Flügel.




