FC Thun U21: spezialisiert auf späte Tore

  13.11.2025 Sport-Reportagen

Am vergangenen Wochenende sorgte einmal mehr das Fanionteam des FC Thun für positive Schlagzeilen. Mit einem genial verwandelten Freistoss erzielte der Mann für solche Fälle, Leonardo Bertone, in der Schlussminute bereits sein fünftes Saisontor zum 1:0-Sieg beim Servette FC. Doch nicht allein die 1. Mannschaft, sondern auch die U21 scheint sich auf späte Tore zu spezialisieren.

Die Mannschaft von Mauro Lustrinelli führt die Tabelle in der Super League weiterhin souverän mit neun (!) Punkten Vorsprung an und auch die «Espoirs» eilen nach einem durchzogenen Saisonstart von Erfolg zu Erfolg, sind seit dem 4. Oktober ungeschlagen und haben in den letzten fünf Partien mit vier Siegen und einem Unentschieden 13 Punkte geholt. Damit hat sich die Mannschaft von Trainer Daniel Gygax in der Tabelle weiter vorgearbeitet und belegt bereits Platz 4.

Thun immer stabiler
Die jungen Thuner Spieler haben unter der Leitung des 35-fachen Internationalen Daniel Gygax, der seit Saisonbeginn an der Seitenlinie steht, grosse Fortschritte erzielt. Nach dem letzten Vorrundenspiel, das die Thuner mit einem Tor in der Nachspielzeit für sich entschieden, meinte der Coach: «Für mein Nervenkostüm wäre es besser, wir würden die Tore früher erzielen, doch lieber spät als nie. Ich glaube, dass meine Jungs in der 2. Liga interregional angekommen sind. Am Saisonanfang war die Zahl von Eigenfehlern noch zu hoch, die Spieler mussten zuerst im Erwachsenenfussball ankommen und sich an die Gangart gewöhnen. Schaue ich mir jeweils beide Teams beim Aufwärmen an, gewinne ich den Eindruck, dass junge gegen reife Männer spielen. Gegen Bosna, eine der besten Mannschaften in dieser Liga, benötigten wir zu Beginn auch etwas Glück, doch letztlich war der Sieg nicht unverdient.»
In der Rückrunde wird es interessant sein, zu beobachten, ob die spielerisch starke Mannschaft ihre Fortschritte bestätigen kann. Vor allem gegen tiefstehende Gegner gilt es Lösungen zu finden. Gygax, einst pfeilschneller Stürmer, ist genau der Mann, der ihnen dieses Rezept beibringen kann.
An der Tabellenspitze zieht der FC Muri-Gümligen einsam seine Kreise, wobei das Team von Trainer Jiri Koubsky am Samstag gegen den FC Köniz auch das Glück auf seiner Seite hatte. Bereits nach 20 Sekunden beging Sebastian Hunziker ein Foul, das statt einer gelben eher eine rote Karte verdient hätte. Dazu kommt, dass das Führungstor haltbar zu sein schien und der Penalty, der zum 2:0 führte wohl nicht von manchem Schiedsrichter gepfiffen worden wäre.

2. Liga regional: Thuner Teams zuletzt stark
In der vergangenen Saison mussten die Teams des FC Heimberg und des FC Dürrenast bis am letzten Spieltag um den Ligaerhalt zittern. Auch in der laufenden Meisterschaft finden sich die beiden Mannschaften nach der Vorrunde wieder in den hinteren Tabellenregionen, während der FC Lerchenfeld, in der letzten Saison aus der 2. Liga interregional abgestiegen, in der vorderen Tabellenhälfte mitmischt und mit sechs Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze mit einer starken Rückrunde durchaus fähig ist, den Wiederaufstieg zu schaffen. Mit den Siegen am letzten Spieltag hat sich die Lage für Heimberg und Dürrenast klar verbessert – die Aussichten, dass beide Team den Klassenerhalt schaffen, sind rosig.

3. Liga: FC Spiez allein auf weiter Flur
In der Gruppe 1 zieht der «Beinahe»-Aufsteiger der letzten Saison, der FC Spiez, an der Tabellenspitze einsame Kreise. Dahinter schlagen sich die Teams aus der Region Thun beachtlich. Vor allem der Aufsteiger FC Hünibach auf Rang 4, mit dem 13-fachen Torschützen Lenny Anklin, überrascht positiv. Dahinter folgen mit Rot-Schwarz, Allmendingen und Steffisburg weitere Mannschaften aus der Region, die eine erfolgreiche Vorrunde absolvierten. Einzig die «Zwöi» von Lerchenfeld und Dürrenast tun sich schwer. Lerchenfelds Vorsprung auf einen Abstiegsplatz beträgt drei Punkte, «Dürre» liegt abgeschlagen am Tabellenende.

Frauen: FC Thun 2.-Liga-Spitzenreiter
Die Frauen des FC Thun haben sich am Wochenende mit einem Sieg bei den Aarau Frauen für den Viertelfinal qualifiziert, doch in der AXA Women’s Super League kommen sie nicht vom Fleck und werden den Ligaerhalt wohl erneut über die Abstiegspoule anstreben müssen. Die zweite Mannschaft dagegen hat sich in der Vorrunde der 2. Liga souverän an der Tabellenspitze etabliert und ist auf dem Sprung in die 1. Liga. Dies wäre für den Verein auch deshalb wichtig, weil der Schritt vom «Zwöi» ins «Eis» für die Spielerinnen etwas weniger gross wäre. In der Gruppe 1 der 3. Liga liegen Steffisburg und Hünibach im ersten Tabellenviertel und sind auf der Verfolgung von Leader Ostermundigen.

Pierre Benoit


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