«In Entwicklungsprojekten müssen wir wissen, wie es ist und trotzdem daran glauben, dass mehr möglich ist»

  12.03.2026 Publi-Reportagen

Was macht der ehemalige Gemeindepräsident von Steffisburg und Grossrat heute? Jürg Marti führt mit seinem Bruder die MMC Partners GmbH. Er begleitet Gemeinden in strategischen Fragen und entwickelt Areale und Immobilien. Sein Ansatz ist derselbe geblieben: Mit Offenheit verschiedene Interessen zusammenführen und mehrheitsfähige Lösungen ermöglichen. Darauf setzt er auch in der Vereinsarbeit und bei der Kandidatur für den Grossrat des Kantons Bern.

Sie sind in Steffisburg aufgewachsen und seit jeher dort aktiv. Was bedeutet die Gemeinde für Sie?
Heimat. Ein vertrauter Ort. Hier ist alles nah, die Natur, die Stadt. Das gefällt mir. In wenigen Minuten bin ich im Grünen an der Zulg, auf dem Hartlisberg und ebenso schnell in Thun und in vielen schönen Orten der Region.

Ihr jüngstes Engagement in der Heimat ist ein Ehrenamt in der Geschäftsleitung des TV Steffisburg Handball. Eine Herzensangelegenheit?
Ja. Ich spielte jahrelang Handball. Danach hatte ich über unsere Jungs wieder Bezug zum Verein. Mir ist wichtig, nicht einfach auf der Tribüne zu sitzen und zu konsumieren. Ich will einen Beitrag leisten und etwas zurückgeben. Wir leben in der Schweiz in einer sehr privilegierten Situation. Da können und sollten wir auch etwas zurückgeben – sei es mit Zeit, Engagement oder finanziell. Es kostet nicht viel, kann aber viel bewirken. Wenn viele einen kleinen Beitrag leisten, entsteht Grosses. Dazu möchte ich motivieren. Nach dem Motto: Was kann ich beitragen, ohne auf etwas Wesentliches verzichten zu müssen?

2009 wurden Sie zum jüngsten hauptamtlichen Gemeindepräsidenten im Kanton Bern. Was packte Sie so früh an der Politik?
Das Mitgestalten und im Team für das Allgemeinwohl tätig zu sein. Mit Herz, Motivation und Leidenschaft lässt sich viel bewegen. Und das gibt auch viel zurück.

Was bleibt Ihnen aus den fast 13 Jahren im Amt besonders in Erinnerung?
Die Vielfalt der Persönlichkeiten, die ich treffen und mit denen ich zusammenarbeiten durfte. Viele Kontakte bestehen bis heute. Die persönliche Verbundenheit und das Vertrauen waren entscheidend. Ohne einen guten Draht und das Vertrauen der Mitarbeitenden, der Bevölkerung und der beteiligten Partner, funktioniert vieles nicht.

Welche Projekte durften Sie wesentlich prägen?
Einerseits gemeindeinterne Themen wie die Neuaufgleisung des Personalrechts. Andererseits Projekte mit Aussenwirkung, etwa die Gemeindefusion mit Schwendibach, die Ausstellung Art Container oder das Kantonale Jodlerfest, wo ich OK-Präsident war. Dazu kamen vielschichtige Dossiers wie die aktive Bodenpolitik, Arealentwicklungen oder die komplexe und umfassende Ortsplanungsrevision. Die Themenvielfalt war enorm und sehr spannend.

Entwicklung beschäftigt Sie auch heute. Mit Ihrem Unternehmen, MMC Partners, planen Sie u.a. die Umnutzung des Spitals Münsingen. Was reizt Sie an Entwicklungsprojekten?
Verschiedene Interessen zu einer mehrheitsfähigen Lösung zu formen. Bei MMC verbinden wir Akteure, Sichtweisen und Disziplinen. Das mache ich gemeinsam mit meinem Bruder. Wir vereinen Kompetenzen in den Bereichen Betriebs- und Immobilienwirtschaft sowie in Architektur und Städtebau. Bei grösseren Projekten arbeiten wir zudem mit verschiedenen Partnern zusammen.

Was braucht es für optimale Lösungen?
Empathie. Und den Anspruch, die relevanten Fakten zu kennen, aber sich dennoch eine gesunde Naivität zu bewahren. Wir streben danach, die Fakten zu kennen, ohne dabei den Blick für das Neue zu verlieren. Das erlaubt es uns, Situationen unvoreingenommen zu begegnen und stets mit einer optimistischen Grundhaltung zu agieren. Bei MMC Partners denken wir Räume neu und zeigen klar auf, was umsetzbar ist, ob bei der Entwicklung eines Ein- oder Mehrfamilienhauses oder eines grossen Areals. Bei bestehenden Liegenschaften liegt oft noch sehr viel ungenutztes Potenzial. Hier stehen wir allen offen gegenüber. Uns hilft, dass wir die Wirtschaft, die Politik und die Verwaltung verstehen. Es braucht alle Beteiligten, damit ein Vorhaben gelingt.

Text und Bilder: zvg

www.mmcpartners.ch; juerg.marti@mmcpartners.ch


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