«Lerchu», «Dürre» und Heimberg mit Luft nach oben
19.03.2026 Sport-ReportagenFür die 2.-Liga-Vereine aus der Region Thun ist die Ausgangslage ähnlich wie vor Jahresfrist. Der FC Lerchenfeld versuchte damals, den Abstieg aus der 2. Liga interregional zu verhindern, der FC Dürrenast und der FC Heimberg lagen in der 2. Liga regional im hinteren Mittelfeld klassiert und mussten bis zuletzt zittern, damit der Fall in die 3. Liga verhindert werden konnte. Während Lerchenfeld in die 2. Liga regional abstieg, retteten sich Dürrenast und Heimberg und finden sich nun wie im Vorjahr erneut in den hinteren Regionen der Rangliste.
Wie zu erwarten war, schlägt sich Absteiger Lerchenfeld mit seinem neuen Trainerduo am besten und hat sogar Anschluss an die Spitzengruppe gefunden. Dürrenast sollte in diesem Jahr weniger Probleme kennen als noch in der Vorsaison, während der FC Heimberg in den Abstiegskampf verwickelt ist. Doch die Heimberger haben zuletzt klare Aufwärtstendenz gezeigt und auswärts den starken FC Breitenrain geschlagen. Trainer Dominic Aeschbacher ist denn auch guten Mutes, dass der Klassenerhalt erneut bewerkstelligt werden kann.
Pierre Benoit
Drei Fragen an die Trainer
1. Wie beurteilen Sie die Leistungen in der Vorrunde?
2. Welche Ziele haben Sie sich für die Rückrunde gesteckt?
3. Gab es in der Winterpause Zuzüge und Abgänge?
Albert Spahiu, FC Lerchenfeld, 2. Liga regional, Gruppe 1, Rang 6, 13 Spiele/22 Punkte
1. Grundsätzlich sind wir nach dem Umbruch im Kader und an der Seitenlinie zufrieden. Wir haben eine gute Atmosphäre im Team und verzeichnen eine sehr gute Trainingspräsenz – das ist die Basis, um uns kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Sportlich haben wir solide gespielt und gezeigt, dass wir auch mit unserem jungen Team mit den Spitzenmannschaften mithalten können. Gleichzeitig wissen wir, dass wir noch zielstrebiger und konstanter auftreten müssen. Deshalb sind wir mit der Punkteausbeute und einzelnen Auftritten noch nicht ganz zufrieden. Da liegt noch Potenzial.
2. Unsere Ziele bleiben grundsätzlich dieselben: Wir wollen die einzelnen Spieler weiterentwickeln und als Team zusammenwachsen. Wir möchten mit noch mehr Selbstvertrauen und Überzeugung auftreten und gehen mit der klaren Ambition in jedes Spiel, es zu gewinnen. Wenn wir diese Haltung konstant auf den Platz bringen, werden wir uns automatisch dort wiederfinden, wo wir hingehören.
3. In der Winterpause sind mit Arb Lulaj, Altin Dulla und Gian Schwab drei ehemalige Lerchenfeld-Spieler zu uns zurückgekehrt. Abgänge haben wir keine zu verzeichnen.
Cagtay Iric, FC Dürrenast, 2. Liga regional, Gruppe 1, Rang 9, 11 Spiele/17 Punkte
1. Die Vorrunde war stark von Veränderungen geprägt: neuer Staff, wenig eingespielte Abläufe. Trotz dieser Ausgangslage hat die Mannschaft gute Ansätze gezeigt, auch wenn Konstanz und klare Automatismen noch gefehlt haben. Besonders zu berücksichtigen ist unser sehr junges Kader, das noch Zeit braucht, um sich zu entwickeln – gleichzeitig aber ein deutlich erkennbares Potenzial besitzt, das sich bereits in einzelnen Spielen gezeigt hat.
2. In der Rückrunde geht es darum, die neuen Spieler vollständig zu integrieren, die Abläufe zu stabilisieren und eine klare Spielidentität zu festigen. Mit zunehmender Erfahrung unseres jungen Teams sollen individuelle Fehler reduziert und die Konstanz erhöht werden. Wir wollen als geschlossene Einheit auftreten. Unser Ziel besteht darin, dieses grosse Potenzial Schritt für Schritt in stabile Leistungen umzusetzen – mit Freudefaktor im Training und auf dem Platz.
3. Abgänge: Altin Dulla und Denis Ahmeti (FC Lerchenfeld), Janis Kübli (SC Burgdorf).
Zuzüge: Manuele Crupi (SV Lyss), Leandro Ammann (FC Hünibach).
Dominic Aeschbacher, FC Heimberg, 2. Liga regional, Gruppe 1, Rang 9, 13 Spiele/12 Punkte
1. Die Vorrunde war – wie so oft – von Höhen und Tiefen geprägt. In mehreren Spielen mussten wir aufgrund von Abwesenheiten oder Verletzungen auf Stammkräfte verzichten, was wir nicht immer kompensieren konnten. Mit Siegen im Derby gegen Lerchenfeld sowie auswärts gegen den FC Breitenrain haben wir jedoch unseren Willen und unser Können unter Beweis gestellt. In allen Spielen – ausser in der Partie gegen Esperia – konnten wir mithalten und die Begegnungen offen gestalten. Dies gibt uns Mut für die Rückrunde.
2. Unser klares Ziel ist der Ligaerhalt. In der Vorbereitung haben wir uns viel vorgenommen und in jeder Hinsicht einen Schritt nach vorne gemacht. Im Trainingslager Mitte März holten wir den letzten Schliff.
3. Abgänge: Adrian Stucki beendet nach langer Verletzungspause seine Karriere. Marco Gurtner und Gino Marzino befinden sich auf Weltreise.
Zuzüge: Keine. In der Vorbereitung trainierten drei eigene Junioren mit uns, die wir schrittweise ans Team heranführen möchten.
Pero Markovic, FC Hünibach, 3. Liga, Gruppe 1, Rang 4, 11 Spiele/20 Punkte
1. Wir sind mit der Vorrunde sehr zufrieden. Als Aufsteiger war es schwierig, ein klares Ziel zu formulieren. Für mich war aber aufgrund der Qualität, die wir im Kader haben, klar, dass ein Platz unter den Top 5 möglich ist. Am Ende haben wir Rang 4 erreicht, deshalb sind wir absolut zufrieden.
2. Wir wollen in erster Linie die Top 4 halten. Natürlich schauen wir aber auch nach vorne und wollen versuchen, noch weiter nach oben anzugreifen.
3. Es gab insgesamt fünf Abgänge, darunter auch Spieler, die in die zweite Mannschaft gewechselt sind, sowie ein bis zwei Wechsel zu anderen Teams. Gleichzeitig konnten wir unser Team aber auch sehr gut verstärken. Auf der Torwartposition wurde noch einmal nachgelegt, und insgesamt konnten wir vier Neuzugänge begrüssen.
Roger Schürch, FC Rot-Schwarz, 3. Liga, Gruppe 1, Rang 5, 11 Spiele/18 Punkte
1. Wir sind positiv überrascht, dass wir in dieser Hinrunde 18 Punkte holen konnten. Auch die Punktgewinne gegen Spiez und Weissenstein waren für uns mehr als nur ein Punkt. Wir konnten zeigen, dass wir in diese 3.-Liga-Gruppe gehören und uns nicht verstecken müssen. Wir können mit Zuversicht auf die Rückrunde blicken.
2. Offizielle Ziele haben wir nicht. Wir wollen Spiel für Spiel nehmen und so viele Punkte wie möglich holen.
3. Als Zuzüge haben wir Armin Fetai sowie Mourad Benkhanous, der in der gesamten Hinrunde verletzt war. Zudem trainiert mit Joao Mereles ein eigener Junior neu regelmässig mit der ersten Mannschaft und kam auch bereits in Testspielen zu Einsätzen. Keine Abgänge.
Michael Wüthrich, FC Allmendingen, 3. Liga, Gruppe 1, Rang 6, 11 Spiele/16 Punkte
1. Wir sind schlecht gestartet und standen nach nur einem Punkt aus den ersten drei Spielen früh unter Druck. Mit dem Sieg gegen den FC Münsingen gelang uns jedoch die Wende. Besonders erfreulich war, dass die Mannschaft auch in der schwierigeren Phase ruhig geblieben ist: Die Stimmung blieb positiv, und die Trainingspräsenz war durchgehend hoch.
2. Wir möchten die positive Entwicklung der letzten Monate fortsetzen. Wenn es uns gelingt, die direkten Tabellennachbarn aus dem Raum Thun hinter uns zu lassen, wären wir mit dem sportlichen Ergebnis der Saison zufrieden.
3. Wir konnten mehrere spannende Spieler verpflichten. Vom FC Dürrenast stossen mit Luca Lustrinelli, Rafael Marti und Ilyas Hares drei junge, talentierte Spieler zu uns. Zudem konnten wir mit Juro Jazvic den Mittelfeldmotor des Ligakonkurrenten FC Münsingen gewinnen. Von der ersten Mannschaft des SC Worb verstärkt Ahmed Mohamed unser Team als weiterer vielversprechender junger Fussballer. Zusätzlich wird das Kader durch mehrere Spieler aus der zweiten Mannschaft ergänzt.
Roger Probst, FC Steffisburg, 3. Liga, Gruppe 1, Rang 7, 11 Spiele/15 Punkte
1. Wenn mein Co-Trainer Marco Pulfer und ich die nackten Fakten analysieren, sind wir mit der Vorrunde nicht zufrieden. Wir hatten als Ziel gesetzt, uns in der vorderen Tabellenhälfte zu klassieren. Aber für uns gibt es auch noch eine inhaltliche Sicht. Wir befinden uns in einer Umbruchphase. Auch im Sommer haben wir drei Talente aus den eigenen Reihen in die 1. Mannschaft integriert. Der Schritt in den Aktivfussball benötigt Zeit, Energie und vor allem Geduld. Es gilt, sich gemeinsam an den Fortschritten zu erfreuen, aber auch zusammen die Rückschläge auszuhalten. Zudem liefen einige Spiele nicht zu unseren Gunsten. Zusammenfassend sind wir mit der Leistung deshalb weitgehend zufrieden. Mittelfristig wird sie zu mehr Punkten führen – davon sind wir jedenfalls überzeugt.
2. Wir wollen in die erste Tabellenhälfte. Aber noch viel zentraler: Wir wollen als Team einen Schritt weiterkommen – sei es spielerisch, als auch in punkto Resilienz. Der FCS soll unangenehm zu bespielen sein. Er soll auch mal Gegenwind aushalten können. Daneben geht es uns darum, die jungen Spieler weiterzuentwickeln.
3. Abgänge: Gioele Chiacchio, Manuel Zenger (beide Pause), Nico Heiniger (RS), Solomon Berihu (Prüfungen); Zuzüge: Ivan Lustrinelli (B-Junioren), Eltioni Pietri (zurück nach Verletzung).
Arno Scheuner, FC Lerchenfeld, 3. Liga, Gruppe 1, Rang 9, 11 Spiele/11 Punkte
1. Unser Team zeigte zwei Gesichter. Besonders bemerkenswert ist, dass wir gegen Gegner aus der oberen Tabellenhälfte wichtige Punkte holen konnten. In Spielen gegen starke Teams haben wir konzentriert verteidigt, mutig nach vorne gespielt und als geschlossene Einheit überzeugt. Diese Leistungen zeigen, welches Potential in der Mannschaft steckt. Umso ärgerlicher ist es, dass wir besonders zu Beginn der Saison gegen Mannschaften aus der hinteren Tabellenhälfte mehrfach in den letzten Spielminuten Punkte abgegeben haben. Oft waren es kleine Unachtsamkeiten oder unglückliche Situationen, die uns um den verdienten Lohn gebracht haben. Hier gilt es, in Zukunft noch konsequenter und fokussierter bis zum Schlusspfiff zu agieren. Was die gesamte Vorrunde jedoch besonders auszeichnet, ist unser guter Teamgeist. Die Mannschaft hält zusammen, unterstützt sich gegenseitig und zeigt sowohl auf als auch neben dem Platz eine starke Gemeinschaft. Genau dieser Zusammenhalt ist die Basis, um in der Rückrunde konstant zu punkten und unser volles Leistungsvermögen auszuschöpfen.
2. Wir haben uns klare und ambitionierte Ziele gesetzt. An erster Stelle steht, unseren intakten Teamgeist weiterhin zu pflegen und zu stärken. Ein weiterer wichtiger Punkt ist eine konstant gute Trainingspräsenz. Nur wenn wir regelmässig und möglichst vollständig trainieren, können wir uns als Team weiterentwickeln. Dabei wollen wir in jeder Einheit Vollgas geben, konzentriert arbeiten und uns gegenseitig pushen. Die Intensität und Einstellung im Training sollen sich direkt in unseren Leistungen am Spieltag widerspiegeln. Auch in den Spielen selbst wollen wir mutig auftreten, bis zur letzten Minute fokussiert bleiben und unsere Qualität konsequent auf den Platz bringen. Wenn wir Einsatz, Disziplin und Teamgeist kombinieren, ist unser grosses Ziel realistisch: die Saison in der ersten Tabellenhälfte zu beenden.
Jesus Garcia, FC Dürrenast, 3. Liga, Gruppe 1, Rang 12, 11 Spiele/3 Punkte
1. Wir sind nicht zufrieden. Die Resultate entsprechen nicht unseren Erwartungen und der letzte Tabellenplatz zeigt, dass wir unser Potenzial zu selten abrufen konnten. Trotzdem sehen wir innerhalb der Mannschaft eine positive Entwicklung und sind überzeugt, dass wir uns in der Rückrunde deutlich steigern können.
2. Unser Ziel ist es, die positive Entwicklung fortzusetzen und möglichst viele Punkte zu holen. Wir möchten uns tabellarisch nach vorne orientieren und vor allem spielerisch den nächsten Schritt machen. Wichtig ist uns zudem, junge Spieler weiter zu integrieren und als Team stabil aufzutreten.
3. Es gab kleinere Anpassungen im Kader. Wir konnten punktuell Verstärkungen gewinnen und gleichzeitig mussten wir einige Abgänge verkraften. Insgesamt sind wir überzeugt, dass wir gut aufgestellt sind.













