Im Zentrum steht das interdisziplinäre Zusammenspiel zum Wohle des Patienten

Do., 18. Feb.. 2021

Soeben eröffnet Shahab Sanavi in Heimberg seine eigene Praxis. Der erfahrene Physiotherapeut ist auf den Bewegungsapparat spezialisiert und überzeugt: «Vorbeugen ist immer besser als behandeln!» Sein Angebot umfasst daher stets auch viel praktische Hilfe zur Selbsthilfe.

Das liegt auf der Hand: Ein guter Physiotherapeut versteht sein Metier und ist mit Leib und Seele dabei. Er kann aber immer nur so gut sein, wie sein Patient eben auch mitmacht. Eine erfolgreiche Physiotherapie ist zudem abhängig von einem guten Zusammenspiel – einem Teamwork. Dazu braucht es das Bewusstsein von allen am Behandlungsprozess Beteiligten. Davon ist der ausgewiesene Physio-, Sportphysio- und Manualtherapeut Shahab Sanavi seit jeher überzeugt. Er muss es schliesslich wissen, denn er ist seit über 25 Jahren voll und ganz für dieses Fachgebiet berufen. Dabei hat er schon vieles erlebt und in Thun und Umgebung zwei Praxisgemeinschaften erfolgreich mitaufgebaut.

Der gebürtige Iraner lebt seit 1989 in der Schweiz und praktiziert seit 1996 als ausgebildeter Physiotherapeut. Er und seine Ehefrau Nassim wohnen seit rund zehn Jahren in Steffisburg: «Wir fühlen uns hier sehr wohl und lieben die Gegend!» Davor waren sie in der näheren Umgebung von Bern, und Shahab Sanavi hatte seinen Schweizer Arbeitsstart im Inselspital. Dort forderte ihn seine Chefin – im Nachhinein betrachtet – schon fast schicksalshaft heraus: «Sie beauftragte mich nämlich mit der Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft, Chirurgie und Physiotherapie», erzählt er. Die Erfahrungen, die er dabei machen durfte, haben seinen weiteren beruflichen Werdegang nachhaltig geprägt. In den 15 Jahren im Inselspital wuchs dank zunehmend optimiertem und intensivem Teamwork die gegenseitige Wertschätzung und man erkannte die Bedeutung einer guten Zusammenarbeit. Das kam Sanavi auch in seiner späteren ambulanten Tätigkeit mehr als zugute. Ausserdem wuchs daraus sein eigenes Rollenverständnis: «Ich sehe mich als zentraler Ansprechpartner zwischen Arzt, Facharzt und Patient.»

Atmosphäre des Vertrauens
Daneben wuchs ganz natürlich und fast schon organisch ein weiterer Grundsatz von Shahab Sanavi: Für ihn steht hinlänglich fest, der Erfolg der Behandlung ist unter anderem sowohl abhängig von Fachwissen als auch von einer Atmosphäre des Vertrauens. Der Patient soll sich in der Praxis PHYSIO SANAVI wohl- und ernstgenommen fühlen. Aus Erfahrung weiss der Therapeut zudem: «Erst wenn es menschlich stimmt, ist der physiotherapeutische Behandlungserfolg überhaupt möglich!»

Der Bewegungsmensch Sanavi hat sich in den letzten 25 Jahren ganz auf den Bewegungsapparat spezialisiert. Zu ihm kommen also Menschen mit orthopädischen und traumatologischen Beeinträchtigungen – zum Teil von weither. Ausserdem bietet er Sportphysiotherapie an, wobei er bereits Handball-, Fussball-, Volleyball- und Golfspieler und auch Bodybuilder betreut hat – nicht nur, aber auch nach Sportverletzungen. Seine Patienten haben Hüft-, Knie-, Schulter- und sehr häufig Rückenbeschwerden. Oder sie kommen nach Verletzungen und nach Gelenk- und Rückenoperationen zum Wiederaufbau der Mobilität und der Muskeln.

Hilfe zur Selbsthilfe
Wie bereits mehrmals betont ist auch ein Profi wie Shahab Sanavi auf die aktive Mitarbeit des Patienten angewiesen. Nur so kann sich der Erfolg einstellen. In einer ersten Phase ist es daher sein Anliegen, die Schmerzen zu reduzieren. Aber schon bald bietet er Hilfe zur Selbsthilfe. Dabei geht es darum, die Mobilität zu erhöhen und Funktionen wieder möglichst voll herzustellen, um den Alltag meistern zu können. Dieser Prozess dauert je nach dem unterschiedlich lange. Wobei der Patient/die Patientin sich durchaus seiner/ihrer Eigenmacht bewusst sein darf. Daher erhält er von Sanavi viele nützliche Tipps und praktische Übungen für zuhause, denn die Behandlung greift umso mehr bei gefestigter Mobilität und gestärkten Muskeln. Dieser Aufbau bedingt ein stetes Dranbleiben auf Seiten des Patienten.

Platz 1: Rückenbeschwerden
Schon gewusst: Die meisten Kosten (Gesundheit und Arbeitsausfall) weltweit verursachen Rückenbeschwerden, weil viele Arbeiten sich auf die Wirbelsäule belastend bis überlastend auswirken. Starke einseitige Kraftaufwendung, Drehbewegungen unter Last, tiefes Bücken, stete Steharbeit, monotone repetitive Bewegungsfolgen, Arbeiten über Kopf oder langes Verharren in einer Körperhaltung – auch stundenlanges Sitzen – hinterlassen Spuren. Doch Bandscheiben haben keine Schmerznerven. Sie melden nicht, wenn sie falsch belastet, abgenutzt und geschädigt werden – bis sie überlastet sind, reissen oder aus ihrer Position rutschen. Dann setzen die unter Druck gesetzten Nerven den Schmerzimpuls – Hexenschuss, Bandscheibenvorfall. Die Schmerzwahrnehmung kommt also oft leider erst dann, wenn der Schaden schon da ist!

Unser Rücken wird also zu viel und falsch belastet. Rückenbeschwerden sind so gesehen vorprogrammiert. Wie kann ich das am besten behandeln? Dazu der Fachmann: «Man kann die Muskulatur stärken und die Wirbelgelenke entlasten.» Damit könnte, je nach Diagnose und Stadium der Problematik, eine Operation verhindert oder hinausgezögert werden. Jedoch erfordert dies eine gute Zusammenarbeit und Austausch zwischen den Behandelnden sowie viel Disziplin auf Seiten des Patienten. Die gestärkte Muskulatur stabilisiert den Bewegungsapparat, entlastet diesen mitsamt Gelenken und verbessert so die Haltung. Damit können ausserdem Spätfolgen vorgebeugt werden. Shahab Sanavi betont: «Ich arbeite eng und gerne mit den Hausärzten und Spezialisten (Chirurgen) zusammen. Es gibt immer Fälle, wo die Operation unumgänglich ist – häufig, wenn man zu lange gewartet hat».

Ernährung spielt auch eine Rolle
Bewegung ist das A und O. Ob kleine Übungen im Alltag, zu Fuss statt mit dem Tram oder Lift oder aktives Training – Muskulatur und Knochen werden nur gestärkt, wenn man sie regelmässig angemessen beansprucht. Kraft- und Ausdauertraining sollten sich idealerweise ergänzen, sagt Sanavi. Eine weitere effektive Massnahme ist die Ernährung. Mit einer ausgewogenen, nährstoffreichen Küche wird der Körper mit den nötigen Proteinen, Ballaststoffen und Vitaminen versorgt. Gerade die Proteine sind wichtig, wenn es um den Aufbau und den Erhalt der Muskulatur geht.

Die nächste Position
Shahab und seine Ehefrau Nassim Sanavi freuen sich auf ihren neuen, selbständigen Wirkungskreis in Heimberg. PHYSIO SANAVI ist verkehrstechnisch gut gelegen, top-modern eingerichtet und lichtdurchflutet. Zum Schluss unseres Gesprächs möchte ich von Shahab Sanavi noch wissen, welche Position die beste ist für unsere leidgeplagten Rücken. Der Therapeut antwortet lachend: «die nächste»!
Barbara Marty

PHYSIO SANAVI GmbH,
Bernstrasse 135, 3627 Heimberg
Tel. 033 437 88 88,
www.physio-sanavi.ch

 

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