UHC Thun: Die Aufstiegschancen stehen gut
19.02.2026 Sport-ReportagenAls Nationalliga-B-Qualifikationssieger stieg der UHC Thun vor Jahresfrist mit der Favoritenrolle in die Playoffs. Doch aus dem erhofften Sprung in die oberste Spielklasse, die «Lidl Unihockey Prime League», wurde nichts. Bereits in den Viertelfinals war gegen AD Astra Obwalden Endstation. Jetzt präsentiert sich die Lage ähnlich. Wiederum sind die Thuner unangefochtener Sieger der Qualifikation und gelten als erste Anwärter, den Sprung in die höchste Spielklasse zu schaffen.
Doch diesmal soll alles anders werden. «Wir haben ein breiteres Kader als noch im Vorjahr, 23 Feldspieler und zwei Goalies und endlich sind alle fit und einsatzbereit», sagt Adrian Saurer, der Coach der Thuner. Im Herbst standen oft lediglich 16 Spieler zur Verfügung, jetzt bieten sich dem Trainer mehrere Möglichkeiten, seine Blöcke zusammenzustellen, auf den Spielverlauf zu reagieren oder zu rotieren. Die Kadergrösse birgt allerdings auch ihre Tücken. Es gilt, die Akteure, welche nicht zum Einsatz gelangen oder nur wenig Einsatzzeit erhalten, bei Laune zu halten, denn nicht alle können im Aufgebot stehen – für den Coach eine heikle Aufgabe. «Es geht darum, dass jeder Spieler seine Rolle kennt und akzeptiert», sagt Saurer und ergänzt: «In den Playoffs gelten andere Gesetze, das mussten wir vergangene Saison erfahren.»
Nochmals verstärkt
Im Vergleich zur letzten Saison hat sich der UHC Thun nochmals verstärkt. Die Gebrüder Luca und Jonas Ruch, die beiden Topskorer, stiessen vom UHC Grünenmatt-Sumiswald zu den Thunern, Joël Gsponer und Alexander Bühler kamen von Floorball Köniz-Bern und Laurin Münger und Luca Ritz von Floorball Fribourg. Mit diesen Zuzügen hat Thun zweifellos in der Breite und auch an der Spitze einen Schritt nach vorne gemacht. «Wir sind stärker als vor einem Jahr», verströmt Trainer Adrian Saurer vor dem Playoff-Beginn Zuversicht.
Oben bleiben
Mit dem jetzigen Kader, das sowohl an der
Spitze als auch in der Breite ausgeglichener und stärker geworden ist, sollte im Fall eines Aufstiegs der Verbleib in der obersten Spielklasse gesichert werden können. Saurer denkt zwar in der höchsten Liga noch nicht an die Playoffs, aber als Mindestziel mit dem Klassenerhalt. «In Bezug auf die Resultate in der Qualifikation bin ich nach der grossen Enttäuschung in der Vorsaison mit dem bisherigen Verlauf und den gezeigten Leistungen sehr zufrieden. Die Spieler und der gesamte Staff sind willens und freuen sich darauf, das im Vorjahr Verpasste nun nachzuholen. Unsere Aufmerksamkeit liegt jetzt bei den Viertelfinals. Gelingt uns der erste Schritt, sehen wir weiter.»
Den Teamgeist fördern
Saurer ist der Meinung, dass sich der Teamgeist gegenüber den letzten Jahren nochmals verbessert hat, die Spieler auch ausserhalb der Trainings und der Matches vieles gemeinsam unternehmen oder sich sogar eine Wohnung teilen, sind noch näher zusammengerückt. Auch im Verein organisiert man einiges, um den Kitt im Team zu optimieren. Eine rund fünfstündige Wanderung auf den Niesen, ein Teamweekend mit Seilpark im Wallis, das Oktoberfest in Thun, das gemeinsame Weihnachtsessen oder die Teilnahme am Thuner Traditionsanlass «Fulehung» sorgten für Abwechslung neben dem Spielfeld. Und wer weiss, vielleicht kommt es schon bald zur Aufstiegsfeier.
Pierre Benoit
UHC Thun
Gegründet 1985 – zwei Aktivteams (Nationalliga B und 3. Liga)
Vier Nachwuchs-Leistungsteams
(U14A / U16A / U18A / U21A in der höchsten Stärkeklasse)
Vier Nachwuchs-Teams (U18C / U16B / U14B / U12)
Fünf Kinderunihockey-Teams (Kids / E1 / E2 / D1 / D2)
Ein Plauschteam Old Stars
Präsident: Martin Wenger
Trainer 1. Mannschaft: Adrian Saurer
Leiter der Geschäftsstelle: Fabio Stübi
Kommunikationschef: Laurin Münger
Mitgliederzahl: 388
Playoff-Start gegen Verbano Unihockey Gordola
Nach dem letzten Spiel der Qualifikation in Sarnen gegen Ad Astra Obwalden haben die Spieler des UHC Thun noch in der Garderobe in einer Abstimmung entschieden, gegen wen sie in den Viertelfinals antreten wollen und wählten Verbano Unihockey Gordola.
Das Reglement will es, dass die drei Erstklassierten in der Reihenfolge der Platzierung nach der Qualifikation wählen dürfen, gegen welche der auf den Rängen 5 – 8 klassierten Mannschaften sie antreten wollen.
Adrian Saurer wurde am 3. Januar 1990 in Frauenfeld (Vater jedoch aus Horrenbach BE) geboren. Er spielte von 1998 – 2018 im Nachwuchs und in der 1. Mannschaft des UHC Thun mit Ausnahme der Jahre 2008 –2011, als er für Floorball Köniz-Bern in der U21 aktiv war. Bereits während der Aktivkarriere trainierte er auf verschiedenen Altersstufen Nachwuchsteams. Saurer ist J&S-Trainer Leistungssport und kurz vor Abschluss der Berufstrainerausbildung. Beruflich ist der Holzbauingenieur Projektleiter Tragwerkplanung in Thun.



