Wacker ist das Team der Stunde
05.03.2026 Sport-ReportagenIn Thun läuft sportlich derzeit alles so, wie es sich die Verantwortlichen wohl im Traum vorstellen. Die Handballer von Wacker Thun sind nicht nur das Team der Stunde, sondern auch des Jahres, denn die bisher 2026 ausgetragenen Partien haben die Thuner alle für sich entschieden. Zählt man die letzte Begegnung des Vorjahrs dazu, hat das Team von Headcoach Remo Badertscher bereits sieben Siege aneinandergereiht, dies ist keinem anderen Verein gelungen.
Dass der FC Thun für fette Schlagzeilen sorgt und unaufhaltsam von Sieg zu Sieg eilt, ist mittlerweile auch ennet der Landesgrenzen ein Thema. Doch die Handballer stehen den Fussballern in keiner Art und Weise nach. «Wir hoffen, dass es so weitergeht», sagt Remo Badertscher, im Coaching ein schlauer Fuchs mit einem guten Händchen. Offensichtlich geniesst der Trainer seine letzten Monate als Chef, gibt er doch sein Amt nächste Saison ab und überlässt die Position des Cheftrainers dem 24-jährigen Spanier Oscar Carreño, wird als Assistent allerdings nach wie vor nahe am Fanionteam sein. Bei Wacker Thun ist man überzeugt, eine gute Wahl getroffen zu haben. «Der 24-jährige Spanier bringt neben seiner Leidenschaft für den Handball auch eine klare Vision mit, die hervorragend mit der Identität von Wacker Thun harmoniert. Mit dieser Kombination aus frischem internationalem Elan und bewährter Thuner Erfahrung setzt Wacker Thun ein starkes Zeichen für Kontinuität und Innovation», lässt der Verein verlauten.
Ante Gadža: Star ohne Starallüren
Die zentrale Figur im Spiel von Wacker Thun ist nach wie vor der Kroate Ante Gadža. Mit bisher 186 Toren (Durchschnitt pro Spiel 8,1) führt er die Torschützenliste in der «Quickline Handball League» mit einem Riesenvorsprung auf die ersten Verfolger an. «Das ist nicht von erstrangiger Wichtigkeit, für mich steht der Erfolg des Teams im Vordergrund und ich bin glücklich, dass es derzeit so gut läuft. Anfang Saison sagte ich zu meinen Mitspielern, dass unser Ziel sein müsse, die Qualifikation unter den ersten Vier abzuschliessen. Diesen Wunsch nahmen damals noch nicht alle ernst, doch jetzt stehen wir dort und wollen auch in den Top 4 bleiben», so der in der Hauptstadt Zagreb geborene kroatische Nationalspieler.
Der verlängerte Arm
Ante Gadža ist so etwas wie der verlängerte Arm des Trainers. «Was er leistet ist magistral», sagt Remo Badertscher über seinen besten Mann. Er fühlt sich in Thun wohl, ist nochmals stärker geworden und mit seinem Spielverständnis und seiner Torgefährlichkeit ist er für das Team sehr wichtig. Er verfügt auch über starke Nebenspieler, die es verstehen, ihn zu unterstützen und auf seine Ideen auf dem Feld einzugehen.»
Der Thuner Regisseur sieht es ähnlich. «Meine Aufgabe besteht darin, das Team zu führen. Alle kennen mittlerweile ihre Rolle, das Selbstvertrauen ist von Sieg zu Sieg gestiegen und wir glauben an den Coach, der uns am Spielfeldrand optimal unterstützt.» Auf die Frage, ob wir derzeit den besten Ante Gadža aller Zeiten sehen, entlocken wir dem Mann mit der Nummer 34 ein Lächeln. «Ich hatte schon einige gute Saisons, doch derzeit läuft wirklich alles nach Wunsch. Für mich ist es schwierig, diese Frage zu beantworten, das müssten andere tun.»
Vorerst geht es nach dem neuerlichen Sieg bei Handball Stäfa für die Badertscher-Mannschaft darum, die restlichen vier Partien möglichst erfolgreich zu gestalten, um eine optimale Ausgangslage für die Playoffs zu besitzen. Das Momentum ist derzeit ganz auf Seiten der Wacker-Spieler. Mit dem Selbstvertrauen, welches das Team derzeit auszeichnet und der Tatsache, dass die wichtigsten Spieler den Bodenkontakt nicht verloren haben, käme es keiner Überraschung gleich, würde Wacker mit lauter Siegen im Jahr 2026 in die entscheidende Meisterschaftsphase steigen. Und wer um die Unberechenbarkeit der Playoffs weiss, ist überzeugt – dann ist für Wacker alles möglich.
Pierre Benoit
Noch zwei Heimspiele
Wacker gastierte gestern (nach Redaktionsschluss) bei HSC Suhr / Aarau und zum Abschluss der Qualifikation bei Pfadi Winterthur. Dazwischen stehen zwei Heimspiele in der Lachenhalle auf dem Programm
Mittwoch, 11. März, 19.15 Uhr: RTV Basel
Mittwoch, 25. März, 19.15 Uhr: HC Kriens-Luzern
Ante Gadža wurde am 26. August 1992 in Zagreb geboren. Er begann seine Karriere als Nachwuchsspieler bei RK Ivanić-Grad in der Nähe von Zagreb und wechselte dann zum RK Zagreb. Seine weiteren Stationen: RK Medveščak, HRK Umag, RK Nexe Našice, RK Zagreb, RK Vardar Skopje, AL Noor (Saudi-Arabien), RK Nexe Našice, seit September 2024 Wacker Thun. Ante Gadža ist kroatischer Nationalspieler und nahm 2022 an der Europameisterschaft teil, als Kroatien auf Platz 8 landete. Derzeit ist er Topskorer in der «Quickline Handball League».
Wacker neu mit UXAN Sports AG
Der Verwaltungsrat von Wacker Thun hat beschlossen, alle administrativen Aufgaben an die UXAN Sports AG in Thun zu übertragen. Der Bereich Sport bleibt in der Verantwortung von Wacker Thun. Der Verein ist weiterhin für die Nachwuchsförderung und den Breitensport zuständig, die AG für die Belange der ersten Mannschaft, die derzeit den vierten Platz in der Quickline Handball League belegt. Die neue Zusammenarbeit ermöglicht es Wacker Thun, den Fokus auf den Sportbetrieb zu legen.
Die Geschäftsstelle von Wacker Thun konnte sich zudem bei der UXAN Sports AG einmieten und profitiert somit von der bestehenden Infrastruktur. Der bisherige Geschäftsführer Marco Schär wird Wacker aufgrund der Neuorganisation der Geschäftsstelle im gegenseitigen Einvernehmen per Ende Mai 2026 verlassen.



