Wie Sonnenkraft zu Unabhängigkeit führt
30.05.2025 Publi-ReportagenEin Besuch bei der SolarkraftWerkstatt im Gwatt zeigt, wie aus Sonnenlicht zukunftsfähige Energielösungen für die Region entstehen. Dahinter stehen zwei Macher mit einem Ziel: nachhaltige Konzepte, die für alle funktionieren – und mehr bieten als nur Strom vom Dach.
Wer das Gebäude an der Gwattstrasse betritt, wird erst einmal lautstark begrüsst – vom aufmerksamen Bürohund «Mel», der kurz anschlägt, dann aber schnell wieder zur Ruhe kommt. Drinnen riecht es nach Kaffee, es wird gescherzt, ein Ordner beiseitegelegt, ein paar Tassen klirren. Statt Hochglanz und Design spürt man hier Bodenhaftung – und eine entspannte Haltung dem eigenen Tun gegenüber. Die Räumlichkeiten der SolarkraftWerkstatt sind schlicht, funktional und nahbar – kein überladener Showroom, kein Schnickschnack. Es herrscht eine Atmosphäre, in der das Wesentliche zählt: Vertrauen, Handwerk und Verständlichkeit. Der Kaffee kommt aus der Küche, der Austausch findet am runden Tisch statt. Es ist ein lockeres Gespräch mit Weitblick. Und genau das passt. Denn was Jürg Herzig und Lars Tölle gemeinsam aufgebaut haben, ist kein Schnellschuss im Sonnenboom – sondern ein Betrieb, der regional verankert ist und vorausschauend denkt und lenkt.
Zwei Macher, eine Haltung
Gegründet wurde die SolarkraftWerkstatt 2015 von Jürg Herzig. Der ausgebildete Elektroniker und diplomierte Informatiker hatte zwar damals wenig Rückenwind – aber umso mehr Überzeugung. Doch der Weg war nicht einfach: «2017 war ich kurz davor, den Bettel hinzuwerfen», erinnert er sich. Der Wendepunkt kam ein Jahr später mit der Einführung des Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch (ZEV). Dank dieses Modells können mehrere Parteien – etwa in einem Mehrfamilienhaus – den gemeinsam produzierten Solarstrom direkt selbst nutzen, statt ihn ins Netz einzuspeisen. Das steigert den Eigenverbrauch und macht die Anlage wirtschaftlich deutlich attraktiver.
Jürg Herzig ist das Gesicht nach aussen: Er berät Kundinnen und Kunden, plant Projekte und begleitet sie bis zur Inbetriebnahme – mit Klarheit, Fachwissen und viel Herzblut. Seit 2022 steht ihm Lars Tölle zur Seite. Der gebürtige Deutsche ist ausgebildeter Schreiner und Diplom-Ingenieur für Holztechnik. Bevor er zur SolarkraftWerkstatt kam, baute er in Deutschland das Solargeschäft einer Elektrofirma auf. In der Solarkraft-Werkstatt verantwortet er nun die technische Umsetzung, die Projektleitungen, die Materialbeschaffung und die Administration. Die beiden ergänzen sich ideal
– fachlich wie menschlich.
Lösungen mit System und Substanz
Wer mit der SolarkraftWerkstatt plant, profitiert nicht nur von hochwertigen Anlagen zum vereinbarten Festpreis, sondern von individuellen Gesamtlösungen, die über die reine Stromproduktion hinausgehen. «Rundheraus gesagt – jeder kann eine Solaranlage bauen. Doch wenn es komplex wird, heben wir uns ab», sagt
Lars Tölle. Das zeigt sich besonders bei ZEV- und vZEV-Konzepten, in denen mehrere Parteien gemeinsam Solarstrom nutzen. Ein Vorzeigeprojekt steht in Steffisburg: 25 Wohnungen sind zu einer Einheit verbunden mit 90 kWp Leistung, 35 Zählern und intelligenter Verbrauchssteuerung. Die Anlage rechnet sich bereits nach rund acht Jahren. Auch die Abrechnung und das Monitoring werden von der Solarkraft-Werkstatt betreut. Ergänzt wird das Angebot durch Batteriespeicher, Wärmepumpensteuerung, Ladeinfrastruktur und eine zuverlässige administrative Begleitung – vom Fördergesuch über Bauanfragen bis zum Netzanschluss. Das Unternehmen ist zudem als Solarprofi durch Swissolar zertifiziert und setzt ausschliesslich auf geprüfte Komponenten.
Für alle – dank Partnerschaftsmodell
Ein Highlight ist das Partnerschaftsmodell: Wer ein geeignetes Dach, aber keine Investitionsmittel hat, kann so trotzdem eigenen Solarstrom nutzen – ganz ohne Eigeninvestition. Die SolarkraftWerkstatt finanziert, baut und sorgt für den laufenden Betrieb. Der Hausbesitzer profitiert von preiswertem Strom – bis zu 20 Prozent unter dem Normaltarif – sowie von einer Wertsteigerung seiner Immobilie. Die Anlage kann jederzeit durch den Hauseigentümer übernommen werden. Ein Modell, das besonders für Mehrfamilienhäuser attraktiv ist.
Teamarbeit per Handschlag
Als das Gespräch zu Ende geht, klirren die Tassen erneut – wenn sie alle gemeinsam abräumen. Der Hund döst, draussen düst lautlos ein E-Auto vorbei. «Wir können sehr genau prognostizieren, wie viel Solarstrom direkt im Haus verbraucht wird», sagt Jürg Herzig. «So lässt sich die Amortisation sicher berechnen.» Lars Tölle ergänzt: «Komplexität ist unsere Stärke – damit zeigen wir, was tatsächlich in uns steckt.» Hinter dieser Stärke steht ein eingespieltes Team: fünf Mitarbeitende – in Teil- und Vollzeit – sind bei der SolarkraftWerkstatt im Einsatz. Darunter zwei wetterfeste Monteure, die auf dem Dach den Überblick behalten, sowie Fachkräfte für Planung, Administration und Kundenkontakt. Hier wird nicht lang geredet, sondern angepackt – und zwar so, dass man versteht, was warum wie läuft. Wer’s genauer wissen will, kann das am Tag der offenen Tür live erleben.
Barbara Marty
SolarkraftWerkstatt GmbH
Gwattstrasse 109
3645 Gwatt-Thun
Telefon 033 553 21 60 www.solarkraftwerkstatt.ch